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wirksam.werden – Traumasensible Schulkultur Startseite: worum es geht und wie Sie einsteigen.

Schule als System in den Blick nehmen

Wiederkehrende Belastungen auch in Regeln, Abläufen und Machtverhältnissen suchen.

Über den Einzelfall hinaus

Ein schulweiter Ansatz umfasst die gesamte Organisation: Mitarbeitende, Schüler:innen, Familien, Abläufe und Kooperationen. Ein einzelnes engagiertes Teammitglied kann diese Aufgabe nicht allein übernehmen.

Eine Alltagssituation auf mehreren Ebenen prüfen

Beispiel Ankommen: Wie werden verspätete Kinder angesprochen? Ist der Eingang verständlich? Welche Information erhält das Sekretariat? Wer entscheidet über Ausnahmen? Wo kann ein Kind Beschämung durch Erwachsene melden?

Macht verantwortlich nutzen

Traumasensibilität verlangt auch den Blick auf institutionelle Grenzverletzungen. Regeln müssen für Erwachsene gelten, Beschwerden dürfen nicht gegen die beschwerdeführende Person verwendet werden. Fragen Sie nicht nur, wie Kinder besser zurechtkommen, sondern auch, was die Schule verändern muss.

Historischer Blick: Johanna Haarer

Die NS-Erziehungsratgeber von Johanna Haarer propagierten bereits bei Säuglingen Abhärtung. Sie gehören in die Auseinandersetzung mit entwürdigender und autoritärer Erziehung, die häufig unter dem Begriff „Schwarze Pädagogik“ diskutiert wird. Haarers Ratgeber von 1934 war in die nationalsozialistische Ideologie eingebunden.

Dieser historische Bezug erklärt nicht pauschal das Verhalten heutiger Familien oder Schulteams. Als Reflexionsanlass kann er helfen: Wo verlangen wir Härte oder Gehorsam, ohne Not, Würde und Mitbestimmung zu beachten? Klare Regeln und Grenzen müssen ohne Demütigung vermittelt werden.

Was bedeutet das für unsere Schule?

Teamfrage: Welche wiederkehrende Belastung entsteht durch eine von uns gestaltbare Bedingung?

Möglicher nächster Schritt: Beschreiben Sie einen Schulablauf aus Sicht von Schüler:innen, Betreuung, Verwaltung und Leitung und wählen Sie einen veränderbaren Punkt.

Praxisvorschlag der Redaktion: gemeinsam erproben und Rückmeldung einholen. Persönliche Traumageschichten müssen dafür nicht offengelegt werden.

Fachliche Grundlage

Redaktioneller Stand: 27. September 2026. Quellen und Arbeitsweise.

Zuletzt überarbeitet am 27. September 2026