Eigene Grenzen wahrnehmen
Belastung ansprechen und Unterstützung organisieren, bevor Überforderung zum Dauerzustand wird.
Die eigene Arbeitssituation beachten
Wenn Gedanken nach Dienstschluss nicht zur Ruhe kommen, Erschöpfung anhält oder der Kontakt zu einzelnen Kindern zunehmend schwerfällt, ist das ein Anlass zur Aufmerksamkeit. Solche Erfahrungen sind keine Selbstdiagnose und kein Beweis sekundärer Traumatisierung.
Eine konkrete Grenze benennen
Hilfreicher als „Ich muss belastbarer werden“ ist ein überprüfbares Anliegen: „Ich brauche nach diesem Gespräch eine Ablösung“ oder „Für diese zusätzliche Aufgabe fehlt mir Zeit“. Klären Sie, wer eine Entlastung organisieren kann.
Unterstützung darf vertraulich sein
Niemand muss persönliche Traumageschichten im Kollegium offenlegen. Bei anhaltenden oder stark beeinträchtigenden Beschwerden ist professionelle Beratung sinnvoll. Selbstfürsorge ergänzt gute Arbeitsbedingungen; sie ersetzt nicht die Verantwortung der Leitung für Arbeitslast, Unterstützung und sichere Abläufe.
Was bedeutet das für unsere Schule?
Teamfrage: Welche Überlastung behandeln wir bislang als Privatproblem?
Möglicher nächster Schritt: Benennen Sie eine wiederkehrende Belastung und eine organisatorische Entlastung, über die die zuständige Leitung entscheiden kann.
Praxisvorschlag der Redaktion: gemeinsam erproben und Rückmeldung einholen. Persönliche Traumageschichten müssen dafür nicht offengelegt werden.
Fachliche Grundlage
- NCTSN (2011): Secondary Traumatic Stress: A Fact Sheet for Child-Serving Professionals. Individuelle und organisatorische Unterstützung bei beruflicher Belastung.
Redaktioneller Stand: 27. September 2026. Quellen und Arbeitsweise.