Weitervermittlung vorbereiten
Geeignete Unterstützung erreichbar machen und den pädagogischen Kontakt aufrechterhalten.
Wer kann unterstützen?
- In der Schule: vereinbarte Vertrauens- und Kinderschutzpersonen, Schulleitung sowie vorhandene Schulsozialarbeit oder Beratung. Zuständigkeit und Vertraulichkeit klären.
- Schulpsychologie: Beratung für Schüler:innen, Eltern und Schulpersonal sowie Unterstützung bei weiteren Hilfen; in Österreich grundsätzlich freiwillig und kostenlos.
- Außerhalb der Schule: Klinische Psychologie für Diagnostik, Beratung und Behandlung; Psychotherapie zur Behandlung psychischer Beschwerden; ärztliche bzw. kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung bei medizinischen und komplexen psychischen Fragen. Bei möglicher Gefährdung gelten die Kinderschutzwege.
Qualifizierte Hilfe finden
Nutzen Sie die offiziellen Suchwege und Berufslisten. Fragen Sie zusätzlich nach Erfahrung mit der Altersgruppe und der Behandlung von Traumafolgen, nach Vorgehen, Kosten, Sprache und Wartezeit. Eine Berufsbezeichnung allein beantwortet diese Fragen nicht. Versprechen Sie keinen freien Platz.
Was Behandlung erreichen kann
Für PTBS gibt es wirksame psychotherapeutische Behandlungen, die Beschwerden verringern können. Wie weit und wie schnell eine Person profitiert, lässt sich hier nicht vorhersagen. Die S3-Leitlinie 2026 empfiehlt Kindern und Jugendlichen mit PTBS traumafokussierte Psychotherapie; die umfassendste Evidenz besteht für traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie.
Medikamente sollen zur Behandlung der PTBS in dieser Altersgruppe nicht eingesetzt werden. Andere Erkrankungen sind gesondert fachärztlich zu beurteilen. Schule trifft keine Behandlungsentscheidung.
Kontakt halten
Vereinbaren Sie, wer nachfragt, ob Unterstützung erreichbar ist, und was die Schule während einer Wartezeit leisten kann. Weitervermittlung beendet die schulische Verantwortung nicht. Bei Gewaltverdacht sind Schutzverfahren und Elternkommunikation fachlich abzustimmen.
Was bedeutet das für unsere Schule?
Teamfrage: Wohin führt unser Unterstützungsweg tatsächlich – auch bei Wartezeiten oder sprachlichen Hürden?
Möglicher nächster Schritt: Prüfen Sie eine Kontaktkette mit Zuständigkeit, Erreichbarkeit und Rückmeldung; nutzen Sie dabei keine personenbezogenen Testdaten.
Praxisvorschlag der Redaktion: gemeinsam erproben und Rückmeldung einholen. Persönliche Traumageschichten müssen dafür nicht offengelegt werden.
Fachliche Grundlage
- DeGPT (2026): S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung, Version 7.0. Empfehlungen 11.1–11.2 zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen.
- Österreichische Schulpsychologie: (K)ein sicherer Ort – Kindeswohlgefährdung erkennen und helfen. Schutzverfahren und fachliche Zusammenarbeit.
- Bundesministerium für Bildung: Schulpsychologie. Zielgruppen, Zugang und Vernetzungsfunktion der Schulpsychologie.
- Österreichisches Gesundheitsportal: Suche nach Gesundheitsberufen. Offizielle Suchwege für qualifizierte Gesundheitsberufe.
- Österreichisches Gesundheitsportal: Klinische Psychologie. Klinisch-psychologische Diagnostik, Beratung und Behandlung.
- Österreichisches Gesundheitsportal: Psychotherapie. Berufsbild und Behandlungsauftrag.
- WHO (2024): Post-traumatic stress disorder. Wirksame psychotherapeutische Behandlungen für PTBS; daraus folgt keine individuelle Erfolgszusage.
Redaktioneller Stand: 27. September 2026. Quellen und Arbeitsweise.
Zum Abschluss
Sie haben alle Schritte dieser Lernstrecke gelesen. Zum Abschluss folgen 4 Fragen zur eigenen Verständniskontrolle – keine Prüfung, und nichts davon wird gespeichert.